Die Puppe, die tanzen lernte
Von all ihren Spielsachen hat Dorotka ihre Puppe Lili am liebsten, und eines Abends verrät sie ihr ihren großen Wunsch – richtig tanzen zu können. Als es im Kinderzimmer still wird, beschließt Lili, diesen Traum im Mondlicht wahr werden zu lassen, auch wenn das gar nicht so einfach ist.
Die Puppe, die tanzen lernte
Eine Gutenachtgeschichte
ERZÄHLER: In einem kleinen Haus am Ende einer stillen Straße wohnte ein Mädchen namens Dorotka.
Dorotka hatte in ihrem Zimmer viele Spielsachen. Bunte Bauklötze, einen Teddybären, ein Holzpferdchen und eine große Schachtel voller Buntstifte.
Aber von allen Spielsachen hatte sie eines am allerliebsten.
Eine Puppe namens Lili.
Lili hatte lange braune Haare, blaue Äuglein und ein wunderschönes rosa Kleid, das bei jeder Bewegung sanft schwang.
Jeden Abend legte Dorotka sie neben sich ins Bett.
Und genau dort erzählte sie ihr ihre größten Geheimnisse.
Eines Abends, als vor dem Fenster ein großer Mond leuchtete, umarmte Dorotka die Puppe und flüsterte ihr zu:
DOROTKA zärtlich, kindlich: „Lili ... weißt du, was ich mir am allermeisten wünschen würde?“
ERZÄHLER: Natürlich antwortete die Puppe nicht.
Jedenfalls nicht, solange Dorotka wach war.
DOROTKA: „Ich würde mir wünschen, dass du tanzen kannst.“
ERZÄHLER: Dorotka lächelte.
DOROTKA begeistert: „Wenn du tanzen könntest, würde ich dich allen Kindern zeigen. Und ich würde ihnen sagen: Schaut! Das ist meine Lili. Meine Puppe kann wirklich tanzen!“
ERZÄHLER: Dann gab sie der Puppe einen Kuss auf die Stirn.
DOROTKA ganz leise: „Gute Nacht, Lili.“
ERZÄHLER: Kurz darauf schlief Dorotka schon tief und fest.
Im Zimmer wurde es still.
Tick ...
tack ...
tick ...
tack ...
machte die Uhr.
Das Mondlicht wanderte langsam über den Boden, bis es Lilis Gesicht berührte.
Über die Geschichte
Das Abenteuer ist noch nicht vorbei
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